Wie funktioniert Verlagsarbeit?

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Wie funktioniert Verlagsarbeit?

Beitrag  TKundNobody am So 18 Dez 2016 - 12:03

Anlässlich des ganzen Gemeckers über die ganzen Fehler mal einen Einblick in die Verlagsarbeit, um mal ein wenig Dampf aus dem ganzen Thema zu nehmen. Vielen scheint einfach gar nicht bewusst zu sein, was hinter den Kulissen abläuft.

Das wichtigste bei der Verlagsarbeit ist der Termindruck für die Projekte von Extern (bei X-Wing FFG).

Die Veröffentlichung neuen Materials verläuft i. d. R. so:

1) FFG übermittelt die Daten an den HDS. Je eher FFG dies tut, desto wahrscheinlicher ist ein Parallelrelease.
2) Anschließend werden die Sachen von professionellen Übersetzern übersetzt. Diese haben in der Regel keine Ahnung von Spielbegriffen.
3) Ein Verlagsmitarbeiter passt spieltechnische Begriffe an (so fern nötig) und erstellt eine Vorabversion.
4) Ein Lektoratsteam überprüft in mehreren Runden die Text. Oft neben Verlagsmitarbeitern auch mit Spielern/Supportern besetzt, die sich im Spiel besser auskennen, als der Verlagsmitarbeiter. Was auch daran liegt das der Mitarbeiter zig Spiele und Spielsysteme im Jahr bearbeiten muss, dort alles im Kopf zu behalten ist unmöglich.
5) Das Layout anpassen und FFG zur Genehmigung vorlegen.
6) Sobald alles OK ist, geht das an den Druck in China.
7) Sobald alles fertig hergestellt und verpackt ist, wird es auf Paletten in Container geladen. Der Container wird erst verladen wenn er voll ist. Das Schiff legt auch erst ab, wenn da genügend Container drauf ist, für den HDS alleine fährt das nicht los.
8) Die Route von China nach USA dauert ca. 4 Wochen. Nach EU etwa 6 Wochen. Sofern alles gut geht. Es gibt diverse Einflüsse die für Verzögerung sorgen können und es in der Vergangenheit auch haben (Streik der Hafenarbeiter in USA, alle Distributoren müssen warten bis FFG die Ware hat und freigibt (2015; W7), Insolvenzverfahren der Reederei (2016), Schlechtes Wetter, Zoll etc.)
9) die Ware muss von Hamburg/Rotterdam zum HDS, um dann umverpackt und an die Händler verschickt zu werden.

Die von N4-DO vorgeschlagene Excelliste (https://www.moseisleyraumhafen.com/t2824p125-fehlerhafte-ubersetzungen-bei-karten-faq-hier-melden#236125) exisitiert einfach nicht. Meine Aussage war leider Ernst gemeint. Die Daten werden in einem properitären Format übermittelt und verarbeitet (welches bestimmt FFG). Diese Projekte stehen teils unter hohem Zeitdruck, da bleibt keine Zeit die Excel ordentlich anzu legen und zu pflegen. (ihr könnte auch mal schauen was der HDS alles von FFG letztes Jahr released hat, dann überlegt euch, ob ihr so etwas zeitlich im kleinen Team schafft und ob ihr euch in 3 Jahren noch an Details erinnern könnt.) Das Nachschauen geht schnell, das anlegen eher weniger. Um das auszugleichen gibt es ja das Lektorat das solche Karten kennt und Anmerkungen versehen kann. Ein Beispiel: Der Integrierte Astromech in der Helden Erweiterung sollte erst Eingebauter Astromech heißen. Hier hat das Lektorat auf die bestehende Karte hingewiesen.

Leider gibt es von FFG/Disney erzwungene Projekte an denen maximal 1-2 Personen teilnehmen dürfen. Das 4-Augen Prinzip fällt weg und der Zeitdruck steigt. Das unter solchen Bedingungen Fehler fast unvermeidbar sind sollte den meisten doch klar sein.

Von vielen hör' ich aktuell aussagen, wie "dann bleib ich lieber bei englisch, das ist fehlerfrei". Ich hoffe das glaubt keiner ernsthaft, das ist nämlich Mumpitz. Es gibt im englischen Fehler, die im deutschen nicht exisitieren. Ein Beispiel aus einem kommenden Produkt: Beim Lektorat ist aufgefallen, dass eine englische Formulierung falsch ist. Darauf wurde mit FFG Kontakt aufgenommen, die Ihr Produkt schon im Druck haben. FFG wird ein Errata rausgeben, in der deutschen Version ist es korrigiert.

Des Weiteren bin ich immer mehr von der Community enttäuscht. Anfangs war es eine sehr lockere Gemeinschaft, die Konstruktiv zusammengespielt und gefachsimpelt hat. Seti mehr als einem Jahr sind aber irgendwelche Meckerthreads 10x länger als der eigentlich sinnvolle Inhalt, der zur selben Zeit entsteht. Das finde ich sehr sehr Schade. Denn für mich ist X-Wing ein Hobby in das ich viel Zeit und Muße stecke und meinen Spaß dran habe. In jedem 2. Thread irgendein gemecker zu lesen, egal wie gravierend oder belanglos macht keinen Spaß. Besonders armeselig war das Gemecker, um den TIE Vergelter ("Hätten die den nicht Bestrafer nennen können, dann hätte man besser meckern können?"). Bei solchen Aussagen Frage ich mich, warum so jemand in der Community ist, mit dem SPiel hat das nix mehr zu tun :(

Was mir auch noch aufgefallen ist, das hier die Brettspieler wohl einen größeren Anteil haben als PnP oder Tabletoper. Ein Familienbrettspieler der kauft das Spiel erwartet ein perfektes Produkt. Was es dann auch immer ist. Denn der Familienbrettspieler schaut sich die englischen Regeln nicht an und er sucht auch keine FAQ/Errata. Bei PnP und Tabletop gibt es teilw. FAQ/Errata die länger sind als das eigentliche Regelwerk. Je mehr Text, desto mehr Fehler passieren. Eintrag im Errata, Korrektur im Reprint und gut. Die Welt kann sehr einfach und friedlich sein, wenn man nicht aus jeder Mücke einen Elefanten macht.
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Re: Wie funktioniert Verlagsarbeit?

Beitrag  Sarge am So 18 Dez 2016 - 13:13

Bitte keine Ausreden.
Andere Verlage bekommen sowas auch gebacken.
Ich finde ja, dass man ruhig mal an Problemen arbeiten kann, wenn man sie erkannt hat.
Ist ja schon lange nicht mehr das erste Mal sondern passiert immer wieder.
(keine persönliche Anmache sondern klar an die Heidelbären gerichtet)
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Re: Wie funktioniert Verlagsarbeit?

Beitrag  axxel am So 18 Dez 2016 - 13:44

jo .. schlimm ...

wenn man alles und jedem die schuld gibt weil das produkt nicht ok ist ... ausserdem hat mama als ich 1 jahr alt war.... MIMIMIMI

du hast beim übersetzen vergessen das es seit "jahren" übersetzungsprogramme gibt die so simple fehler wie ANGRIFF und VERTEIDIGEN eigentlich ausschliessen sollten.
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Re: Wie funktioniert Verlagsarbeit?

Beitrag  Tarkin am So 18 Dez 2016 - 13:49

Zunächst mal, danke für den Überblick, wir wissen ja alle, dass du sehr eng im Kontakt zu den Heidelbären und den Übersetzungen stehst. Insofern ist deine Aufstellung sehr aufschlußreich, allerdings für mich persönlich nichts neues. Dennoch kann hier sicher jemand, der noch keinen so tiefen Einblick in die Sache hat, einiges mitnehmen. Jetzt aber zum großen Aber: Ich verstehe das Fehler passieren können. Unter Zeitdruck etc. ... aber das entschuldigt keine Fehler, die absolut nicht nachvollziehbar sind. Das verwechseln von Attacker/Defender ist ein Übersetzungsfehler der einfach nicht passieren darf, wenn ich für Übersetzungen bezahlt werde. Sorry, dass ist Schulenglisch der einfachsten Sorte und wenn dass dann noch bei Karten passiert die vorher korrekt übersetzt wurden, ist das einfach nichts anderes als Schlamperei.

Wie Sarge schon richtig sagt, ist es ja nicht das erste mal, dass sowas passiert. Die Fehler häufen sich. Die Qualität sinkt bei gleichzeitiger Preiserhöhung. Das geht einfach nicht. Und das sich dann die Community aufregt und es nicht mehr schön redet, wie es gerne getan wird, ist mehr als verständlich. Fakt ist: Wenn alles glatt läuft und die Community zufrieden ist, wird auch nicht gemeckert. Ein paar Mauler wirds immer geben ... ich habe selber deutlich andere Schwerpunkte auf die ich bei Veröffentlichungen Wert lege, als andere und bin dadurch mit manchen Dingen nicht einverstanden. Aber das ist normal. Bei der Übersetzung sind wir uns allerdings alle Einig, dass solche Fehler, die mit einmal drüberschauen oder Textvergleich mit dem Orginal ausgehebelt werden können, einfach nicht passieren dürfen. Besonders dann nicht, wenn ich ein paar Monate zuvor die Preise erhöt habe, denn da komm ich mir einfach verarscht vor.

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Re: Wie funktioniert Verlagsarbeit?

Beitrag  Dalli am So 18 Dez 2016 - 14:32

TKundNobody schrieb:Des Weiteren bin ich immer mehr von der Community enttäuscht. Anfangs war es eine sehr lockere Gemeinschaft, die Konstruktiv zusammengespielt und gefachsimpelt hat.

Ich finde es ironisch, dass gerade du das schreiben musst. Es ist wohl eher so, dass es immer die gleichen Nasen sind, die den Stunk machen. Wenn diese Handvoll Leute sich nicht selbst so ernst nehmen würde, wäre das für alle angenehmer.

Die, alle, immer. Verallgemeinerungen. Was festzustellen ist, dass Fehler gemacht wurden. So wie bei der Zielführung wird da bestimmt nachgearbeitet.

Solange schlage ich vor, meldet man Fehler an die Leute die es angeht. Eine Mail an die Bären halte ich für sinnvoll. Threats die erklären sollten wie Verlagsarbeit funktioniert und nebenbei nachtreten, sind in dem Kontext eher das Benzin. Man sollte es den Leuten überlassen die sich damit auskennen.
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Re: Wie funktioniert Verlagsarbeit?

Beitrag  Laminidas am So 18 Dez 2016 - 14:34

Dalli schrieb:Man sollte es den Leuten überlassen die sich damit auskennen.
Wahre Worte. Ich werde das Thema dann sein lassen und einfach nur Fehler, die mir aufgefallen sind, melden.  
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Re: Wie funktioniert Verlagsarbeit?

Beitrag  Dalli am So 18 Dez 2016 - 14:44

So kurz vor Weihnachten und an einem Wochenende können wir wohl kein Statement der Bären erwarten.

So ein Statement wäre allerdings etwas, was die Meute beschwichtigen könnte.

Liebe, Liebe, Liebe...

Schönen letzten Advent!
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Re: Wie funktioniert Verlagsarbeit?

Beitrag  Sens am So 18 Dez 2016 - 14:50

Wenn ich ein Produkt kaufe erwarte ich, das es fehlerfrei ist, oder dass ich es sofort gegen ein anderes umtauschen kann, welches funktioniert.
Beispiel:
Ich kaufe eine Senseo, die sich zwar einschalten lässt aber das Wasser nicht erhitzt. Ist dann zwar toll, dass die Lampen leuchten, aber dafür alleine feiere ich noch nicht Hersteller. Also tausche ich das Ding und erwarte, dass das Austauschgerät funktioniert und zwar sofort und nicht ein, zwei Wochen später.
Sollte das nächste Gerät auch fehlerhaft sein, wurde halt beim Testen geschludert. Basta!
Mir brauch auch keiner mit dem Argument kommen, dass ich als Käufer zu ungeduldig, bzgl der Veröffentlichung war oder bin. Als Käufer kaufe ich nur und stelle nicht her. Punktum!
Ein Skatblatt mit einer Blankokarte drin würde ich auch tauschen, da es so nicht Spielbar ist. Den fehlenden Buben hat der Hersteller drauf zu drucken und nicht ich als Verbraucher drauf zu zeichnen.
Kurz, mir ist egal wo der Fehler liegt, für mich liegt er bei denen, die das Produkt an unsere Shops liefern in denen wir unser Spielmaterial kaufen.
Sorry aber mir platzt echt der Kragen, wenn ich immer wieder Verständnis aufbringen soll, für die Dämlichkeit anderer, die damit nicht schlecht verdienen!

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Re: Wie funktioniert Verlagsarbeit?

Beitrag  Cut am So 18 Dez 2016 - 15:11

Sens schrieb:
Sorry aber mir platzt echt der Kragen, wenn ich immer wieder Verständnis aufbringen soll, für die Dämlichkeit anderer, die damit nicht schlecht verdienen!

Die Übersetzer verdienen an ihrer "Dämlichkeit" schon ziemlich schlecht, Sens TK-Totlach


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Re: Wie funktioniert Verlagsarbeit?

Beitrag  Sens am So 18 Dez 2016 - 15:15

Die verscherbeln den Müll dann aber nicht
In Hannover wurde z.B. Mal eine Brücke über den Mittellankanal erneuert und es fehlte ein Meter.
Da überschnitten sich das Amt für Straßenbau und das Amt für Binnengewässer. Es wurde dann geprüft wo der Fehler war und beide hatten alles richtig gemacht. Zum Glück wurde die Brücke nicht freigegeben, weil man mit so einem Fehler ja vorerst leben kann. TK-Totlach
Leittragende waren zunächst Autufahrer und Fußgänger.
Was ich damit sagen will, ist wenn es nicht funktioniert sollte es auch nicht freigegeben wird, egal wo der Fehler liegt.

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Re: Wie funktioniert Verlagsarbeit?

Beitrag  Cut am So 18 Dez 2016 - 15:28

Im Kern sind wir uns einig, Sens, da besteht keine Frage.

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Re: Wie funktioniert Verlagsarbeit?

Beitrag  Sens am So 18 Dez 2016 - 15:49

Yep

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Re: Wie funktioniert Verlagsarbeit?

Beitrag  hddejonge am So 18 Dez 2016 - 16:01

Zeitdruck, externe Vertragspartner und kleine Teams, die unter Umständen noch zur Verschwiegenheit verpflichtet sind und daher niemanden "fragen können, der sich besser auskennt", sind sicherlich Gründe für die gehäuften Fehler.
Ich finde es ebenfalls ärgerlich, wenn ein von mir gekauftes Produkt fehlerhaft oder einfach unüberlegt/unüberprüft in den Handel kommt.
Andererseits haben wir es eben nicht mit einem einfachen Brettspiel zu tun, sondern mit einem Spiel, das weiter entwickelt wird und seine Möglichkeiten ausweitet. Damit kommen neue Mechaniken ist Spiel, die mittlerweile so umfangreich sind, dass eine neu eingefügte Karte schnell zu zwei neuen Missverständnissen führt.
Wenn die Bären jetzt Texte von "begeisterten Freiwilligen" verwenden würden (wie es in einem großen deutschen Rollenspielsystem gemacht wurde), könnte es zu dem *klitzekleinen* Problem kommen, dass der Autor der Texte (ich weiss grad nicht, ob reine Übersetzungen mit darunter fallen) seine Rechte am Text den Bären nicht mehr zur Verfügung stellen könnte (wenn er/sie wollte). Dann müssten komplett neue Texte erstellt werden. (In dem PnP Fall waren es dann ganze Regelbücher.)
Aber im Grunde wollen wir diese Weiterentwicklung doch, daher müssen wir mit im Ganzen doch eher gelegentlich auftretenden, wenn auch ärgerlichen Fehlern leben.
Also Ruhe bewahren und Sabacc spielen.

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Re: Wie funktioniert Verlagsarbeit?

Beitrag  Sens am So 18 Dez 2016 - 16:07

Wenn sich ein Verlag (Hersteller) in der Komplexität eines von ihm herausgebrachten Spieles verzettelt, sollte ihm das zu denken geben...

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Re: Wie funktioniert Verlagsarbeit?

Beitrag  hddejonge am So 18 Dez 2016 - 16:12

Gewiss, Sens, möglicherweise hat das mit dem Erfolg des Spiels und dem daraus resultierendem Druck zu tun, nachliefern zu müssen.
Ich habe so einen Eindruck bei Brettspielen, bei denen laufend Erweiterungen erscheinen und auch bei Büchern, deren Autoren quasi belagert werden, damit sie die heißgeliebte Reihe fortsetzen (, bevor sie sterben).

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Re: Wie funktioniert Verlagsarbeit?

Beitrag  Yosha am So 18 Dez 2016 - 16:14

Danke für die Erklärung der Arbeit der Bären. Das finde ich transparent und interessant.

Die Fehler in den deutschen Veröffentlichungen werden immer häufiger und schwerwiegender.

Früher war die Arbeit des Verlags wirklich besser. Da musste man sich "nur" über den vermasselten Termin der Veröffentlichung ärgern. Nun hauen die so häufig die übelsten Fehldrucke raus, dass man als casual gamer kaum die Karten rafft, wenn man die Errata nicht kennt oder als nerd einfach nur den Kopf schütteln kann.

Die Fehlerhäufigkeit ist bekannt. Wenn man einfach weiter so macht (und das Team nicht vergrößert oder die Qualitätskontrolle nicht verbessert), zeigt man damit, dass einem die gute Qualität nicht wichtig ist. Ein ganz armes Statement von einem Spielehersteller. Damit schießt er sich sowas von selbst ins Bein.

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Re: Wie funktioniert Verlagsarbeit?

Beitrag  Dalli am So 18 Dez 2016 - 16:17

Sens, schreib den Bären das du damit unzufrieden bist. Nur wenn das jeder macht könnte sich an sowas in Zukunft was ändern.

Ich hab da auch einige Fragezeichen übern Kopf. Beispielsweise wie es dazu kommt, dass eine schon lange vorhandene Karte - Störsender - falsch übersetzt wurde. Die Übersetzung gabs doch schon vorher...

Wir werden hier beim Kaffeekranz nicht wesentlich zur Problemlösung beitragen.
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Re: Wie funktioniert Verlagsarbeit?

Beitrag  Carabor am So 18 Dez 2016 - 16:22

Man könnte auf alle Punkte eingehen und seitenweise dazu schreiben:
Vermutungen, Tatsachen, Aussagen (bestätigt und unbestätigt), offene Geheimnisse und Infos aus erster Hand. Gibt es alles - hilft aber nicht wirklich weiter.

Meiner Meinung nach gibt es einige wenige - dafür aber entscheide "Knackpunkte", die sich wie folgt darstellen:

A)
- Zu wenige Mitarbeiter bei den Heidelbären, die für:
- zu viele parallel laufende Projekte, Systeme und Produkte
verantwortlich sind.
- Personalfluktuation

B)
- viele Vorgaben, vertraglich festgeschriebene Notwendigkeiten
- Kontrollinstanzen und Freigaben unterschiedlicher Beteiligter
(FFG <-> Heidelberger ist noch das "geringste" Problem; Lizenauflagen von Disney und geltende Vorgaben aus dem Lucas-Vertrag verkomplizieren das ganze doch ungemein)

C)
- der Versuch von Lucas und Disney, einheitliche Übersetzungsrichtlinien zu schaffen
(aus marketingtechnischen Gründen)

D)
- Zeitdruck in allen Belangen

E)
- eine Qualitätskontrolle, die aufgrund von A) bis D) nicht funktionieren kann


Dazu kommt dann - das ist mein persönlicher Eindruck - dass die Arbeit der Heidelberger in der Branche nicht als "klassische Verlagsarbeit" einzuordnen ist und von der "echten Verlagsbranche" auch nicht als solche honoriert wird.
Heidelberger ist tatsächlich auch in erster Linie ein Distributor - also ein Vertrieb für den deutschen Markt. Die Verlagstätigkeiten gehören gezwungenermaßen dazu, sie sind aber notwendiges Übel für das Kerngeschäft und für den Teil des "Apparates", mit dem die echte Kohle eingefahren wird...

Spieleverlage sind keine "Verlage" - sie sind eben Spieleverlage.
Das mag wie Hohn klingen, ist aber so. Die klassische "Papierwirtschaft" für Bücher, Zeitungen etc. hat kaum etwas gemeinsam mit den Faktoren, mit denen die (Brett-)Spielehersteller konfrontiert werden. In erster Linie sind das:
- Produktionskosten "echter Produkte" in relativ kleinen Auflagen
- Regelwerke, Spielregeln und deren interaktive Besonderheiten (im Vergleich zu Büchern bspw.)
- Playtesting (irrelevant für normale Verlage)

Die Arbeit bei einem Spieleverlag dürfte für einen Arbeitnehmer gegenüber einer Anstellung in einem "normalen" Verlag weniger attraktiv sein - und ist etwas für Liebhaber und Nerds.
(Alle mitlesenden (Ex-)Mitarbeiter von Spieleverlagen mögen mir verzeihen: ihr wisst aber, was ich meine.)

Das alles im Zusammenspiel mit Globalisierung, Kostendruck, Firmenfusionen und dem Wettbewerb, sich Marktanteile zu sichern oder Pleite zu gehen - das alles bringt das vorliegende Resultat zustande.


Und Ja:
Andere Spieleverlage können es besser.
Hier hinkt der Vergleich aber dabei, dass de facto alle anderen Spieleverlage viel kleiner sind als die Heidelberger und im (globalen) Markt kaum eine Rolle spielen.
Dort wird einfach anders gearbeitet.
Teilweise auch unwirtschaftlich und weniger gewinnorientiert...
(zwei Faktoren mit denen man nie eine FFG-Lizenz bekommt)
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Re: Wie funktioniert Verlagsarbeit?

Beitrag  Yosha am So 18 Dez 2016 - 16:29

Ja zu allen Punkten.

Deine Conclusio?
Ist halt so, halten wir aus?
Oder macht was, damit es besser wird?

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Re: Wie funktioniert Verlagsarbeit?

Beitrag  Carabor am So 18 Dez 2016 - 16:41

Ganz ehrlich: Keine Ahnung.
Ich bin da sehr unschlüssig.

Ich wünsche mir natürlich auch "saubere" Arbeit und vernünftige Produkte (Qualität der Miniaturen; Spielregeln) und einen günstigen Preis.

Aber: alles zusammen wird es wohl nie geben.
Ich würde eben keine 50 Euro für ein kleines X-Wing-Schiff ausgeben wollen (und können), auch wenn alles perfekt ist.

Es geht sicher anders.
Aber im Bezug dazu wie der globale Markt derzeit funktioniert: sehe ich keine Chance auf Besserung.

Investiert man mehr Zeit in Playtesting, Übersetzung und verlängert man die Release-Zyklen, dann sinken Marge und Gewinn. Und laufende Kosten steigen (Gehälter in erster Linie).
Und was das für eine große Firma heißt, ist klar...
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Re: Wie funktioniert Verlagsarbeit?

Beitrag  axxel am So 18 Dez 2016 - 16:46

Lösung : man stellt 1-2 nerds ein - Teilzeit - Heimarbeit - was weiß ich ...die drübergucken und geheimhaltungsklausel unterscrheiben .... die findest sicher hier im Forum - nur muss man die halt fair behandeln - weil es KEINE Praktikanten sind :)
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Re: Wie funktioniert Verlagsarbeit?

Beitrag  SirWillibald am So 18 Dez 2016 - 21:02

axxel schrieb:Lösung : man stellt 1-2 nerds ein - Teilzeit - Heimarbeit - was weiß ich ...die drübergucken und geheimhaltungsklausel unterscrheiben .... die findest sicher hier im Forum - nur muss man die halt fair behandeln - weil es KEINE Praktikanten sind :)

Witzig, genau das läuft ja bereits... Ich hänge hier mal noch ergänzend zu TKundNobody ein paar Gedanken meinerseits an, die ich bereits vor drei Stunden verfasst hatte, aber noch nicht loswerden konnte...

Sarge schrieb:Bitte keine Ausreden.
Andere Verlage bekommen sowas auch gebacken.

Ich glaube nicht, dass das eine Ausrede sein sollte. Ja, andere Verlage kriegen sowas auch gebacken, und andere Verlage machen auch Fehler. Überall, wo Menschen involviert sind, werden Fehler gemacht, ist halt so.

Schaut mal auf die Credits der Helden-Erweiterung, da finden sich einige Namen aus der Community hier, und auch wenn ich nur für mich sprechen kann behaupte ich mal, dass niemandem der dort genannten Personen an solchen Fehlern gelegen ist. Wir ärgern uns selber darüber. Aber ihr glaubt nicht, was selbst mehreren Augenpaaren auch bei mehrmaligem Korrekturlesen noch durchgeht, das muss man wirklich erlebt haben. Bevor ich eingestiegen bin, habe ich ähnlich gedacht nach dem Motto "Herrgott, liest das keiner Korrektur? Das hätte ICH sofort gesehen!". Tja, was soll ich sagen, das stimmt einfach nicht, es geht immer mal was durch, zumal man beim Lesen parallel mehrere Dinge gleichzeitig überprüfen muss:

1. Rechtschreibung
2. Grammatik
3. Syntax
4. Allgemeine Verständlichkeit (missverständliche Formulierungen sind immer blöd)
5. Einheitliche Übersetzung von regeltechnischen Begriffen und Formulierungen (Abgleich mit Excel-Liste)
6. Abgleich mit alten Karten mit gleichem oder auch nur ähnlichem Inhalt (ja, hier könnte man eine weitere Excel-Liste in den Workflow einbauen, ist aber weiterer Aufwand)
7. Abgleich mit dem englischen Originaltext (der nebenbei bemerkt ab und an selber Fehler enthält, auch FFG ist nicht perfekt) (Abgleich mit englischem PDF)
8. Layout der Textfelder (unpassende Umbrüche, Kollisionen mit grafischen Elementen, mikrotypographische Feinheiten, ...)

Ab dem zweiten Korrekturlauf: Zur Sicherheit 1-8 nochmal und zusätzlich Überprüfung aller (nicht immer sofort ersichtlichen) Änderungen zur Vorgängerversion auf eben diese Punkte.

Und allgemein zum Ablauf noch: Es ist eine Sache, eine falsche Formulierung zu entdecken, auf die jemand anderes hinweist ("Guck mal Karte XY an, das gibt's doch nicht!") oder vorab ALLE Karten unter Generalverdacht zu stellen und jedesmal entscheiden zu müssen ob der Text stimmt oder ein Fehler enthalten ist.

Das fällt mir auf die Schnelle ein. Dieser Vorgang erfordert höchste Konzentration und in der Summe aller von TKundNobody beschriebenen Durchgänge mehrere Stunden Arbeit. Und ja, da schleichen sich schonmal Fehler ein, und zwar umso mehr Fehler, je weniger Augenpaare da drauf gucken. Und wenn im Extremfall ein einziger Mensch alles machen muss (Vorgabe von außen) können tatsächlich die blödesten Sachen schiefgehen. Das ist sicher Mist, aber nicht nur für die Spieler sondern auch für die Verantwortlichen, das freut niemanden.

Ja, die aktuellen Fehler bei den RO-Schiffen sind super ärgerlich, keine Frage, es liegt aber ganz sicher nicht daran, dass die Bären oder die freien Mitarbeiter das Ganze auf die leichte Schulter nehmen.

Ein bisschen befremdlich finde ich die Aussage "es wird immer schlimmer", von den aktuellen RO-Schiffe Ausrutschern und der blauen Box mal abgesehen habe ich eigentlich nicht den Eindruck, dass gemessen an der Komplexität so viele grobe Schnitzer in der letzten Zeit aufgetreten sind...

Ist aber nur gefühlt, müsste ich mal recherchieren.

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Re: Wie funktioniert Verlagsarbeit?

Beitrag  axxel am So 18 Dez 2016 - 21:17

was mich verärgert hat ist sowas hier :

Widukind schrieb:
Laminidas schrieb:* Leichtgewichtrahmen: Es muß "Sobald du verteidgst" heißen, nicht "Sobald du angreifst". ..

Antwort von Trakanon im HDS-Forum:

Wir stellen ein korrigiertes PDF zum Selberausdrucken zur Verfügung.


.....
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Re: Wie funktioniert Verlagsarbeit?

Beitrag  Rot-Fünf am So 18 Dez 2016 - 21:23

Was mich am meisten stört, dass gefühlt in jedem Thread mittlerweile überwiegend entweder rumgeheult oder rumgemeckert wird.
Macht echt langsam keinen Spaß mehr, hier zu schmökern.


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Re: Wie funktioniert Verlagsarbeit?

Beitrag  Sens am So 18 Dez 2016 - 21:55

Rot-Fünf schrieb:Was mich am meisten stört, dass gefühlt in jedem Thread mittlerweile überwiegend entweder rumgeheult oder rumgemeckert wird.
Macht echt langsam keinen Spaß mehr, hier zu schmökern.

Viel anstrengender finde ich das Dauer-"rumheul" Argument, welches eine echte Killerphrase für eine lebendige Diskussion ist.
Ich toleriere gerne, dass Du es liebst mit fehlerhaften Karten zu spielen

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Der Rattenpack Hangar:
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Ohne Dengar Hangar:
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